Interview mit unserem Sportwart Jochen Schmidt

  • Wie und wann bist du zum Golfsport gekommen?

Wahrscheinlich wie viele andere Golfer auch. Meine Eltern interessierten sich plötzlich dafür, und so kam auch ich in Kontakt mit dieser Sportart. Das war allerdings schon 1979, ich spiele also schon recht lange Golf.

  • Warum bist du in den GC Duvenhof eingetreten?

Wir sind 2002 nach Meerbusch-Osterath gezogen, und da war der Weg zum Duvenhof nicht weit. Zuerst spielte ich als Gast und da mir Anlage und Mitglieder zusagten, wechselte ich dann zum Duvenhof. Bis dahin war ich noch Mitglied in meinem alten Club in Hamburg.

  • Was fasziniert dich bis heute am Golf?

Man lernt nie aus. Es gibt immer noch Punkte am eigenen Spiel, die man verbessern kann.

  • Seit wann bist du Sportwart unseres Clubs?

Das weiß ich selber gar nicht mehr so genau, ich glaube es war Mitte 2022.

  • Was hat dich motiviert, dieses Amt zu übernehmen?

Ich war ja schon einige Jahre im SpVA und als Clubspielleiter tätig. Gerhard Frank und Michael Keith suchten damals Verstärkung für den Vorstand, und sie waren recht überzeugend.

  • Viele Mitglieder wissen gar nicht, wie vielfältig die Aufgaben eines Sportwarts sind. Was gehört alles dazu?

Das kommt darauf an, wie detailliert man darauf schaut. Die einfache Beschreibung heißt ‚alles, was zum Spielbetrieb gehört‘. Dazu gehören Turnierplan erstellen, Regelfragen klären, Koordination mit dem Sportwart-Platz (Penalty-Areas ö. ä.), Spiel von Gästegruppen klären und viele Fragen beantworten.

  • Was macht dir an deinem Amt besonders Spaß?

Ich war in einem früheren Leben schon Schiedsrichter in einer anderen Sportart (Basketball) und fand die Aufgaben rund um das Thema Regeln schon immer interessant.

  • Und welche Herausforderungen bringt die Aufgabe mit sich?

Es gibt immer mehrere Sichten auf ein Thema. Z.B. möchten die Mitglieder natürlich gerne freie Fahrt beim Spielen haben. Auf der anderen Seite benötigen wir das Geld durch Gästegruppen. Da gilt es halt, einen Mittelweg zu finden.

  • Wie koordinierst du den Turnierbetrieb – von der Planung bis zur Auswertung?

Die Planung ist tatsächlich gar nicht so kompliziert. Der Plan für eine neue Saison basiert im Allgemeinen auf dem vom Vorjahr. Dann müssen die Ligaspieltage eingearbeitet werden und gute Termine für unsere Sponsorenturniere gefunden werden. Wenn das alles eingearbeitet ist, gibt es meistens kaum noch Platz, etwas großartig umzuplanen.

  • Welche Spielformen kommen besonders gut bei den Mitgliedern an?

Auch dabei sind verschiedene Interessen vorhanden. Die einen mögen am liebsten vorgabewirksam spielen, andere lieber Teamspiele wie Chapman-Vierer o.ä.
Vor allen unsere ‚Spezialtermine‘ (FAKO-M Cup, ‚Beste Freunde‘, Sommerfestturnier) erfreuen sich großer Beliebtheit.

  • Wie gehst du auf unterschiedliche Bedürfnisse ein- Anfänger vs. erfahrene Spieler?

Wir versuchen die Ansprüche aller Spieler zu berücksichtigen. Das ist nicht immer einfach. Unser Platz ist gerade für Anfänger doch eine Herausforderung, selbst erfahrene Spieler mit einstelligen Handicaps kommen öfters mit frustrierenden Ergebnissen rein. Durch das Rating der vorderen Abschläge auch für Herren und der Möglichkeit selber zu entscheiden, von welchem Abschlag man spielen möchte, haben wir schon mal einen Schritt in Richtung auf die schwächeren Spieler gemacht.

  • Wie gehst du mit Regelstreitigkeiten oder Beschwerden von Spielern um?

Das Schöne an Regeln ist, dass sie ziemlich eindeutig sind. Da ist kaum Ermessungsspielraum und es müssen auch keine Tatsachenentscheidungen innerhalb von Sekunden gefällt werden. Daher gibt es in dem Bereich kaum Probleme. Beschwerden kommen dann eher im Bereich Etikette, meistens wg. zu langsamem Spiel. Da kann man dann wenig machen als immer wieder an die Spieler zu appellieren, Rücksicht aufeinander zu nehmen (durchspielen lassen, nicht drängeln, usw.)

  • Wie würdest du die sportliche Entwicklung unseres Clubs aktuell beschreiben?

Da hat sich in den letzten Jahren doch einiges getan. Wir haben einen Zuwachs an jüngeren Spielern im einstelligen Handicap-Bereich und auch die Erfolge in den ‚älteren‘ Ligen sind mehr geworden.

  • Was möchtest du im Spielbetrieb des Clubs in den nächsten Jahren noch verbessern?

Wir wollen den Platz noch attraktiver für Spieler aller Spielstärken machen, es gibt dazu ein paar Ideen, aber keine unmittelbaren Aktionen. Unser Headgreenkeeper arbeitet daran, den Bereich neben den Bahnen zu lichten, so dass Bälle nicht gleich weg sind und auch lange Sucharien nicht so oft vorkommen.

  • Wie willst du mehr Mitglieder für den Turniersport begeistern?

Das ist schwierig. Der Golfverband hat flächendeckend festgestellt, dass die Bereitschaft, an vorgabewirksamen Turnieren teilzunehmen, stark nachgelassen hat. Auch bei uns im Club ist dies bemerkbar. Es ist wahrscheinlich leider immer noch die Angst um das ‚schöne‘ Handicap. Durch die Einführung des World Handicap Systems vor einigen Jahren sind die Handicaps jetzt eher ein Spiegel der momentanen Spielstärke (was es auch sein sollte) als ein Nachweis dessen, was man irgendwann mal konnte. Wo immer möglich, versuche ich die Mitglieder davon zu überzeugen, dass dieses gut ist. Ich persönlich trete lieber mit einem Handicap an, das ich dann auch mit einem Ergebnis bestätige, als mit einem, für das ich dann eine Erklärung für das Ergebnis finden muss.

  • Welche Rolle spielen Nachwuchsarbeit und die Förderung neuer Golferinnen und Golfer?

Zwei schwierige Themen. Die Nachwuchsarbeit steht und fällt mit Jugendlichen, die sich für den Golfsport interessieren. Es ist aber schwierig, diese zu finden. Dazu kommt die Notwendigkeit, diese Jugendlichen dann zum Training zu bringen/abzuholen. Wie die meisten Golfplätze ist unser Platz nicht gut ohne Auto erreichbar. Wir versuchen aber weiter, neuen Nachwuchs zu gewinnen, z.B. ‚bring a friend‘ o.ä.
Die neuen Golfer dann in den Club zu integrieren ist dann ein Thema bei dem alle Mitglieder helfen müssen. Wir bieten ja schon ein Willkommensturnier und ein Turnier der Neumitglieder an. Leider haben die Formate ‚Tiger & Rabbit‘ sowie ‚Wer kütt, der kütt …‘ keinen Zuspruch mehr gefunden. Den Neumitgliedern kann ich nur raten, sich zu anderen dazuzubuchen und an die ‚Altmitglieder‘ appelliere ich, diese dann auch mitzunehmen und zu betreuen. Sie könnten ja nett sein.

 

Schnellfragen

  • Lieber früher Start oder Abendrunde? Eher abends
  • Lieblingsschläger? Mein 3er Hybrid
  • Lieblingsbahn? Muss ja wohl die 8 sein (schon 2 Asse)
  • HCPI-relevante oder gesellige Runde? Beides gerne
  • Lieblingsplatz außerhalb unseres Clubs? In der Umgebung die Erftaue
  • Schönster Platz den gespielt? Dumbarnie in Schottland!
  • Jeans oder karierte Hose? Auf dem Platz? Weder noch. Außerhalb: Jeans
  • Nach der Runde: Kaffee oder Bier? Bier
  • Beschreibe unseren Club in drei Worten: Froh, Mitglied zu sein. 
  • Hast du eine Botschaft an unsere Mitglieder? Auch wenn Gerhard Frank nicht mehr Präsident ist. Ich fand den Leitspruch, den er geprägt hat, immer passend. "Ein entspanntes, freundschaftlich-respektvolles Miteinander von Alt und Jung auf einer der schönsten Anlagen der Region‘" - Danach sollten wir uns weiter richten.

Danke, Jochen!

 

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