Interview mit unserer Vizepräsidentin Birgit Pohlmann
- Wie und wann bist du zum Golfsport gekommen?
Das ist jetzt 22 Jahre her. Mein Mann und ich waren mit einem befreundeten Paar im Urlaub und haben uns für fünf Tage einen Golfpro gebucht. Einfach mal ausprobieren, war der Plan. Fünf Tage später waren wir angefixt. Offenbar braucht es manchmal nicht viel, um sich ein Hobby zuzulegen, das einen dann für den Rest des Lebens beschäftigt.
- Was begeistert dich auch außerhalb des Golfsports?
Musik und Konzerte auf jeden Fall. Außerdem liebe ich Städtereisen – neue Orte entdecken, gut essen, viel sehen und einfach das Leben genießen. Und natürlich Zeit mit Familie und Freunden. Wobei erstaunlich oft auch da irgendwann das Gespräch wieder beim Golf landet.
- Erinnerst du dich noch an deine erste Runde?
Ja! Vor allem an die Erkenntnis, dass der Ball auf dem Platz plötzlich deutlich schlechter gehorcht als auf der Range. Aber genau das hat mich gereizt. Bis heute übrigens.
- Was fasziniert dich am Golfsport?
Dass man eigentlich nie fertig damit ist. Du kannst eine fantastische Runde spielen und zwei Tage später überlegen, ob du jemals einen Golfschläger in der Hand hattest. Dazu kommen Natur, Bewegung, Konzentration und vor allem die Menschen, mit denen man unterwegs ist.
- Wie bist du zur Rolle der Vizepräsidentin gekommen?
Ich habe mich schon vorher gerne im Club eingebracht und irgendwann kam die Frage, ob ich mir vorstellen könnte, mehr Verantwortung zu übernehmen. Ich habe Ja gesagt – vermutlich ohne vorher ganz genau auszurechnen, wie viele Stunden ein Tag eigentlich hat.
- Was hat dich motiviert, Verantwortung im Club zu übernehmen?
Ich mag unseren Club und vor allem die Menschen hier. Wir haben ein tolles, freundschaftliches Miteinander und einen starken Zusammenhalt. Wenn einem etwas am Herzen liegt, möchte man nicht nur sagen, was man vielleicht anders machen könnte, sondern auch selbst mit anpacken.
- Welche Aufgaben gehören zu deinem Verantwortungsbereich?
Eine ziemlich bunte Mischung. Ich kümmere mich unter anderem um Social Media und die Vorbereitung unserer Marketingaktivitäten, begleite Projekte und Veranstaltungen und unterstütze natürlich die Arbeit im Vorstand. Langweilig wird es jedenfalls nicht – und mein Handy weiß inzwischen sehr genau, dass Golfclub nicht nur Golfspielen bedeutet.
- Was macht dir an deiner Rolle im Club am meisten Spaß?
Ganz klar: gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und anschließend zu sehen, dass die Mitglieder Freude daran haben. Besonders gerne plane und begleite ich zusammen mit meiner Tochter Lena einige unserer Turniere – zum Beispiel die zweitägigen Duvenhof Open, das Sommerfest und das Oktoberfest-Turnier.
Die Zusammenarbeit mit ihr macht unglaublich viel Spaß. Lena bringt frische Ideen und ihren Blick auf die Dinge mit, ich meine Erfahrung. Und wenn wir einmal unterschiedlicher Meinung sind, gewinnt am Ende die bessere Idee.
- Welche Projekte oder Ideen möchtest du in den kommenden Jahren voranbringen?
Mir ist wichtig, dass wir unsere offene und freundschaftliche Clubkultur bewahren und gleichzeitig mit der Zeit gehen. Dazu gehören eben auch technische Veränderungen.
Die Abschaffung unserer legendären Ballspirale und die Einführung des Buchungssystems über PC Caddie waren da schon ein großer Schritt. Ich glaube, die Ballspirale hatte durchaus eine eigene Fangemeinde – aber irgendwann darf auch eine Legende in den Ruhestand gehen.
Check-in und E-Scoring haben inzwischen ebenfalls stark an Bedeutung gewonnen. Unser Vorstandsteam möchte alle Mitglieder auf diesem Weg mitnehmen und zeigen, dass solche Neuerungen vieles einfacher machen.
- Wie viel Zeit steckt tatsächlich hinter so einem Ehrenamt?
Mehr, als man vorher denkt – und definitiv mehr als nur die Vorstandssitzung. Es gibt viele Gespräche, Abstimmungen, Termine und Dinge, die „nur mal eben schnell“ erledigt werden sollen. Wer diesen Satz kennt, weiß: Schnell ist relativ. Aber wenn man gerne gemeinsam etwas bewegt, macht man es auch gerne.
- Wo siehst du unseren Club in fünf Jahren?
Ich wünsche mir einen modernen und lebendigen Duvenhof mit einer starken Gemeinschaft. Einen Club, in dem sportlicher Anspruch genauso seinen Platz hat wie Freundschaft und Geselligkeit – und in dem neue Mitglieder schnell das Gefühl bekommen: Hier gehöre ich dazu.
- Welche Themen werden für Golfclubs in Zukunft wichtiger?
Mitgliedergewinnung, Nachwuchsförderung und Digitalisierung sind sicherlich wichtige Themen. Aber bei allem Fortschritt dürfen wir eines nicht vergessen: Ein Golfclub lebt von Menschen. Das beste Buchungssystem der Welt ersetzt keine schöne Runde und kein gemeinsames Getränk danach.
- Wie können wir mehr jüngere Menschen für Golf begeistern?
Indem wir ihnen zeigen, wie Golf heute wirklich ist: sportlich, modern, gesellig und längst nicht so steif, wie manche immer noch denken. Schnupperangebote und unkomplizierte Einstiegsmöglichkeiten sind wichtig – und vor allem Menschen, die sagen: Komm einfach mal mit!
- Was würdest du jungen Frauen im Golfsport mitgeben?
Einfach machen! Nicht einschüchtern lassen und vor allem Spaß haben. Golf ist ein großartiger Sport – und ein perfekter Schlag fühlt sich einfach gut an. Leider merkt man sich genau deshalb auch die anderen besonders gut.
- Wie wichtig ist dir das soziale Miteinander neben dem Sport?
Extrem wichtig. Für mich ist genau das eine der großen Stärken des Duvenhofs. Natürlich wollen wir alle gut Golf spielen – zumindest meistens. Aber am Ende sind es die gemeinsamen Runden, Gespräche, Turniere und Freundschaften, die einen Club wirklich ausmachen. Gemeinschaft wird bei uns nicht nur großgeschrieben, sie wird gelebt.
- Wie schafft man es, dass sich neue Mitglieder willkommen fühlen?
Eigentlich ganz einfach: ansprechen, mitnehmen und nicht alleine stehen lassen. Und genau das funktioniert bei uns sehr gut. Neue Mitglieder werden herzlich aufgenommen, finden schnell Spielpartner und werden in unser Clubleben integriert. Oft reicht schon ein „Komm, spiel doch bei uns mit“.
- Wenn du unserem Club einen Wunsch erfüllen könntest – welcher wäre das?
Dass wir uns genau dieses freundschaftliche Miteinander bewahren. Natürlich möchte ich, dass wir uns weiterentwickeln und viele neue Menschen für den Duvenhof begeistern. Aber wenn man gerne auf den Platz kommt und nach der Runde genauso gerne noch bleibt, dann haben wir schon sehr viel richtig gemacht.
- Welcher Platz hat dich bisher am meisten beeindruckt?
Budersand auf Sylt ist für mich schon etwas ganz Besonderes – diese Landschaft und der Blick sind einfach großartig. Auch der Golfclub Mondsee in Österreich hat mich sehr beeindruckt. Aber mein Lieblingsplatz? Ganz klar der Duvenhof. Zuhause ist eben zuhause.
- Gibt es einen Profi, dessen Spiel du besonders magst?
Bernhard Langer beeindruckt mich. Diese Disziplin und Konstanz über so viele Jahre sind außergewöhnlich. Und er zeigt ganz nebenbei, dass man beim Golf offensichtlich nie zu alt wird, um noch richtig gut zu sein.
- Auf dem Platz: Geduldig oder ehrgeizig? Geduldig. Meistens.
- Birdie oder sicheres Bogey? Birdie! Sicheres Bogey kann ich auch ohne Planung.
- Lieblingsbahn? Bahn 1 auf dem Duvenhof. Da ist die Runde noch jung und die Hoffnung groß.
- Lieblingsschläger? Der Putter. Wenn er denn macht, was ich möchte.
- Lieblingsgetränk nach der Runde? Ein alkoholfreies Weizenbier – am besten auf unserer Terrasse und in netter Gesellschaft.
- HCPI-relevant oder gemütliche Runde mit Freunden? Gemütliche Runde mit Freunden. Wobei „gemütlich“ beim Golf ja nicht automatisch bedeutet, dass niemand gewinnen möchte.
- Beschreibe unseren Club in drei Worten: Gemeinsam. Sportlich. Duvenhof.
Danke, Birgit!



